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Glückwunsch, Frau Merkel! ver.di Jugend tauscht die Rollen und mimt Arbeitgeber

28.10.2009 12:47

„Liebe Frau Merkel, Sie haben jetzt drei Monate Probezeit.“ Mitglieder der ver.di Jugend präsentierten am Mittwoch zur Wiederwahl von Bundeskanzlerin Angela Merkel eine überdimensionierte Glückwunschkarte. Und fügten – ganz in Arbeitgebermanier – hinzu: „Dann sehen wir weiter.“

Berlin, 28. Oktober 2009. Pünktlich zur feierlichen Vereidigung im Bundestag erinnerte die Jugendorganisation der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di vor dem Reichstagsgebäude Regierungschefin Angela Merkel an ihre Verantwortung für die junge Generation.

„Jeder, der einen neuen Arbeitsvertrag unterschreibt, hat in der Regel mindestens drei Monate Probezeit“, erklärt Ringo Bischoff, Bundesjugendsekretär der ver.di Jugend. „In dieser Zeit kann der Vertrag ohne Angabe von Gründen mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden – das passiert häufiger als man denkt. Mit unserer Aktion wollen wir Frau Merkel zeigen, dass wir die ersten hundert Tage ihrer Amtszeit als Probezeit betrachten“, so Bischoff weiter. „Wir pochen auf deutlich mehr Einsatz für die jungen Menschen im Land.“

Ein „Grundrecht auf Ausbildung“ und verbindliche Regelungen für die Übernahme nach der Ausbildung mahnt die ver.di Jugend an. „Viele Unternehmen benutzen die Krise als Vorwand, ihre Azubis nicht zu übernehmen“, konstatiert Bischoff, „und das ist fatal. Eine gute Ausbildung allein, ohne entsprechende Berufserfahrung, reicht heute nicht. Für die meisten bedeutet die Verweigerung der Übernahme dann den direkten Weg in staatliche Abhängigkeit. Das kann keiner wollen.“

Die ver.di Jugend erwartet von der neuen Regierung die Lösung der Ausbildungsplatzmisere. „Jedes Jahr fehlen in Deutschland mehr als 120.000 betriebliche Ausbildungsplätze“, rechnet der Bundesjugendsekretär vor, „und wir haben mittlerweile fast 1,5 Millionen junge Menschen, die überhaupt keine Berufsausbildung haben – das ist ein Skandal.“

Ein weiterer, fester Bestandteil der Forderungen der ver.di Jugend an die neue Regierung sind der freie Zugang zu Bildung für alle und die Abschaffung der Studiengebühren.

Die Glückwunschkarten-Aktion bildet den Abschluss der ver.di Jugend-Kampagne „Was soll Politik?“, mit der die Gewerkschaftsjugend im Super-Wahljahr 2009 Politiker aller Couleur offensiv mit den Forderungen und Wünschen der jungen Generation konfrontierte. Am Freitag wird eine Delegation von Jugend- und Auszubildenden-Vertretern der 4. Bundes-JAV-Konferenz (28.-30.10. in Erkner) die Glückwunschkarte am Kanzleramt „einwerfen“.


Download dieser Pressemitteilung und von druckfähigen Bildern der Aktion ab Mittwoch, den 28. Oktober 2009 ca. 16:30 Uhr unter: http://was-soll-politik.de/presse


Weitere Informationen:

Ringo Bischoff, ver.di Bundesjugendsekretär
Mobil: 0171-204 0171
E-Mail: ringo.bischoff@verdi.de

 

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