Auf die Regierungsagenda! Ausbildung und die Übernahme danach
30.10.2009 12:46
Am
Vormittag noch führten 200 Jung-Gewerkschafter mit Passanten in der
Innenstadt von Erkner intensive Debatten. Übernahme nach der Ausbildung
bewegt die Menschen, nicht nur hier. Am Nachmittag dann schaffte es
eine 50-Köpfige Delegation ins Kanzleramt. Und übermittelte dort
Glückwünsche aller Auszubildenden der neuen Regierungschefin: „Sie
haben drei Monate Probezeit. Dann sehen wir weiter.“
Berlin, 30. Oktober 2009.
Die 4. Bundes-JAV Konferenz tagte diesen Mittwoch bis Freitag in Erkner
bei Berlin. Unter dem Motto „Ziel Übernahme“ rüsteten sich
Jugend-Auszubildenden-Vertreter und -Vertreterinnen aus dem ganzen Land
für anstehende Aktionen und Kämpfe zu Hause in den Betrieben.
Wissensvermittlung und Weiterbildung zu diesem Thema standen hoch im
Kurs. Der Praxistest für öffentlichkeitswirksame Aktionen erfolgte
heute in der innerstädtischen Fußgängerzone. Und im Kanzlerinnenamt.
Organisiert
war das alles von der ver.di Jugend. Bereits am Mittwoch ist ein
„Stosstrupp“ junger ver.dianer vor den Reichstag gezogen. Dabei hatten
sie eine überdimensionierte Glückwunschkarte aller für die neue und
alte Kanzlerin. „Die Auszubildenden“ unterstreichen damit ihre
Erwartungen an Angela Merkel, nämlich deutlichen Einsatz für die
Anliegen der jungen Generation während ihrer hunderttägigen
„Probezeit“. Danach würde man weitersehen, steht auf der Karte
geschrieben – ganz in Arbeitgebermanier.
Unterschrieben von
allen 200 Teilnehmern der JAV-Konferenz fand dieser Glückwunsch heute
Nachmittag seinen Weg ins Zentrum der Macht. Im Kanzleramt händigten
mehrere junge Gewerkschafter die „Panorama“-Postkarte (1,5x3 Meter)
Beate Baumann aus. Stellvertretend für die gerade in Brüssel weilende
Kanzlerin bedankte sich deren Büroleiterin und enge Vertraute für diese
unverhoffte Aufmerksamkeit. Sie würdigte das Engagement der jungen
Gewerkschafter und ermutigte alle „dran“ zu bleiben.
Ringo Bischoff, Kopf der versammelten Gewerkschaftstruppe, erklärte dazu: „ Arbeitgeber beklagen den Fachkräftemangel in diesem Land. Und doch verwehren viele, viel zu viele von ihnen jungen Berufsanfängern nach abgeschlossener Ausbildung die Chance, nahtlos echte Berufserfahrung zu sammeln. Und den Anschluss zu schaffen. Stattdessen führt für viele dieser jungen Menschen der Weg zu Hartz IV und in staatliche Abhängigkeit. Das kann keiner wollen.“
Bischoff warnte: „Chancen
und Teilhabe im Leben werden massiv erschwert, spezielles Know-How und
Fähigkeiten können nicht erarbeitet werden oder gehen ungenutzt
verloren. Das kann sich kein Land nicht leisten. Hier ist die Politik,
allen voran die Regierung und deren Chefin gefordert!“
Weitere Informationen:
Ringo Bischoff, ver.di Bundesjugendsekretär
Mobil: 0171-204 0171
E-Mail: ringo.bischoff@verdi.de

